„Praxistour Industrie 4.0“ wird fortgesetzt

„Seit 2016 sind wir zusammen mit der IHK Hannover unter dem Motto ‚Praxistour Industrie 4.0‘ unterwegs,“ erklärt Dr.-Ing. Michael Rehe, Geschäftsführer des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Hannover.  „Auch in diesem Jahr werden wir die erfolgreiche Kooperation mit der IHK Hannover fortsetzen,“ so Rehe weiter. Das Konzept: Gemeinsam mit der IHK Hannover bringt das Kompetenzzentrum Unternehmen dorthin, wo Industrie 4.0 bereits Realität ist.

Vier Betriebsbesuche mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten sind bereits festgelegt: „Indoor-Ortungssystem zur Lokalisierung fertigungsrelevanter Daten mit Bluetooth Low Energy“ ist Thema der Tour am 14. Februar bei der WS Kunststoff-Service GmbH in Stuhr. Am 7. März steht die Besichtigung der Oelschläger Metall GmbH in Hoya an. Das Thema: „Automatisierung in der Fertigung: Mensch-Maschine-Kollaborationen“. Am 27. März geht es um „Digitalisierung in der Konstruktion: Mitarbeiterakzeptanz bei automatisierter CAD-CAM-Kette“ bei der Waldemar Pruss Amaturenfabrik GmbH in Hannover und am 9. Mai gibt es Einblicke in das Thema „Automatisierte Erfassung veränderlicher Betriebsdaten mit Sensorik, Telematik & Co.“ bei der Franz Kaminski Waggonbau GmbH in Hameln.

Die Teilnahme an der „Praxistour Industrie 4.0“ ist kostenfrei. Die Teilnehmerzahl auf den jeweiligen Treffen ist begrenzt. Die Veranstaltungsreihe richtet sich an Fach- und Führungskräfte, vor allem von Unternehmen des produzierenden Gewerbes; insbesondere von kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die Industrie-4.0-Technologien einführen und ausbauen wollen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Neben einer Einführung ins jeweilige Thema durch das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hannover gibt es zu den Terminen eine Betriebsbesichtigung, Vorführungen und Vorträge sowie ausreichend Gelegenheit sich in Gesprächen auszutauschen.

Die Möglichkeit zur Anmeldung und Details finden sie auf der Seite der IHK unter folgendem Link.

Industrie 4.0-Tour ausgewertet: Weiterbildungsbedarf weiterhin hoch

Das Feedback der Unternehmen zur Industrie 4.0-Tour ist positiv. „Wir haben mit dieser Veranstaltung einen Wissensvorsprung gewonnen, aus dem wir unseren Nutzen ziehen werden“, sagt Sven Lewandowski von der Schaumaplast Lüchow GmbH. Seit Sommer 2016 gibt es die Dialog-Tour, um über das Thema Digitalisierung, über konkrete Umsetzungen in den Unternehmen und über Fördermöglichkeiten zu informieren. Die Tour ist ein Gemeinschaftsprojekt der gemeinsamen Innovationsförderung der IHK Stade und Lüneburg-Wolfsburg, dem Transferzentrum Elbe-Weser, dem Netzwerk Industrie 4.0 Niedersachsen und dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hannover.

218 Firmen in zehn Landkreisen hat die Tour seitdem erreicht. Von den IHK Stade und Lüneburg-Wolfsburg gibt es dazu jetzt eine Auswertung: 54 Prozent der erreichten Firmen waren Klein- oder Kleinstunternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern, 33 Prozent haben zwischen 50 und 200 Mitarbeiter. „Durch die Kooperation mit den Multiplikatoren haben wir es hervorragend geschafft, insbesondere Klein- und Kleinstunternehmen anzusprechen“, freut sich Zentrumsmitarbeiter Christian Wagener. Die erreichten Branchen: 38 Prozent produzierendes Gewerbe, 46 Prozent gemischtgewerblich, 13 Prozent Dienstleister.

78 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie Technologiedefizite sehen. Um zukunftsfähig zu werden, benötigt die überwiegende Mehrheit der Unternehmen (83%) fachliche Unterstützung. Die Unternehmen sehen sich vor allem einem Technologiewettbewerb ausgesetzt (76%). Die Notwendigkeit aktiv zu werden und entsprechende Entwicklungsschritte im Unternehmen einzuleiten, ist für 95 Prozent ein Muss. 66 Prozent der Unternehmen sehen hier kurzfristigen Handlungsbedarf – innerhalb eines Jahres.

Um eigene Digitalisierungsschritte einzuleiten, sehen die befragten Unternehmen einen hohen Weiterbildungsbedarf (71%) und einen Bedarf nach Informationen zur Digitalisierung (56%). Insbesondere die Digitalisierung der Produktion, neue Arbeitsgestaltung, IT-Sicherheit und Logistik sind Themen, die die Betriebe beschäftigen.

Inzwischen laufen die gemeinsamen Planungen für eine Fortsetzung der Tour in den kommenden zwei Jahren. Zentrumsmitarbeiter Christian Wagener: „Die Resonanz der Unternehmen zeigt, dass wir mit diesem Angebot richtig liegen. Und die Auswertung der Tour bestätigt uns darin, dieses erfolgreiche Format mit den IHK Stade und Lüneburg-Wolfsburg, dem Transferzentrum Elbe-Weser sowie dem Netzwerk Industrie 4.0 Niedersachsen fortzuführen.“

Roadshow: Großer Andrang auf dem Miele-Werksgelände

Rechtzeitig zur Fertigstellung des Breitbandausbaus im Gewerbegebiet Lehrte/Sehnde hatten die Wirtschaftsförderung der Stadt Lehrte, der Region Hannover und das Kompetenzzentrum „Mit uns digital!“ am 22. November auf das Miele-Werksgelände in Lehrte eingeladen, um die neuen Möglichkeiten, die sich durch die Breitbanderschließung ergeben, zu diskutieren und um über die regionalen Fördermöglichkeiten von Digitalisierungsbestrebungen zu informieren. Und: Das Zentrum „Mit uns digital!“ präsentierte vor Ort in seiner mobilen Fabrik, dem Roadshowbus, den Unternehmen praxisnahe Digitalisierungslösungen.

Gut besucht: die mobile Fabrik bei der Roadshow in Lehrte.

Der Besucherzustrom zeigte den Organisatoren, dass sie mit der Veranstaltung den Nerv der Unternehmen getroffen hatten. „Die Roadshow war ein Riesenerfolg“, freut sich Zentrumsmitarbeiter André Heinke. Rund 140 Besucher erlebten in der mobilen Fabrik Digitalisierung zum Anfassen. Heinke: „Mit einem derartigen Besucherandrang hatten wir nicht gerechnet. Statt der ursprünglich acht geplanten Besichtigungstouren haben wir an dem Tag 30 durchgeführt. Die Wirtschaftsförderungen und die Firma Miele waren hervorragende Multiplikatoren, um die kleinen und mittleren Unternehmen zu erreichen.“

40 Unternehmensvertreter des Gewerbegebiets Lehrte/Sehnde waren zur Roadshow auf das Miele-Werksgelände gekommen. „Die Roadshow mit dem Bus hat einen idealen Rahmen geliefert für den Austausch der Unternehmen untereinander. Gerade um den

Weg der Digitalisierung erfolgreich im eigenen Betrieb zu beschreiten, ist dieser Austausch hilfreich,“ erläutert Zentrumsmitarbeiter Heinke.

Wer eine Roadshow des Zentrums besuchen möchte: Hier gibt es die Infos zu den nächsten Terminen.

Erfolg: Bund bewilligt weitere Förderung

„Mit uns digital!“ setzt als erstes Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Deutschlands seine Arbeit fort. Nach einer dreijährigen Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium (12.2015-11.2018) mit 5,3 Millionen Euro hat das Ministerium eine Förderung in Höhe von 3,6 Millionen Euro für weitere zwei Jahre bis Ende November 2020 bewilligt. Vorstandsvorsitzender des Zentrums Prof. Dr.-Ing. Berend Denkena: „Dies ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit.“

Rund 465 Firmengespräche hat das Zentrum bis jetzt mit kleinen und mittleren Unternehmen vor Ort zu Digitalisierung geführt. 18 Projekte mit Unternehmen zur Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen haben Zentrumsmitarbeiter begleitet. 160 Schulungen, 90 Livedemonstrationen, 65 Inforveranstaltung und 32 Mal war das Zentrum mit seiner mobilen Fabrik, dem Roadshowbus, unterwegs in ganz Niedersachsen. „Wir haben unsere Kennzahlen für die ersten drei Jahre übertroffen“, freut sich Geschäftsführer Rehe.

Für die zweite Förderperiode haben die Zentrumsmitarbeiter neue Angebote geplant. Rehe: „Die Evaluation unserer Arbeit hat ergeben, dass wir uns in bestimmten Bereichen noch weiter verbessern können.“ So hat „Mit uns digital!“, um Kleinst- und Kleinunternehmen zu erreichen, mobile Schulungen entwickelt, die vor Ort in Firmennähe stattfinden. „Damit begegnen wir dem Hindernis der langen Anfahrt zu einer Schulung“, so Rehe. Und: Das Zentrumsangebot insbesondere für Schulungen wird durch Koopertionen mit anderen Kompetenzzentren erweitert, damit auch bislang nicht abgedeckte Themenbereiche adressiert werden können.

Mobile Fabrik: Der Roadshowbus wird für Schulungen bei Unternehmen vor Ort eingesetzt.

Mit praxisnahen Schulungen unterwegs

Mobile Schulungen – mit diesem Konzept geht das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hannover in die Fläche. Zusammen mit regionalen Partnern wie der IHK oder Wirtschaftsförderungen werden aus dem Portfolio des Kompetenzzentrums ausgewählte Themen für Unternehmen niedersachsenweit angeboten.  Unterwegs ist das Zentrum beispielsweise mit Schulungen zu den Themen Digitalisierung in den Bereichen Produktion, IT-Sicherheit und Recht sowie zu Steuerung von Produktionsprozessen über ERP, MES und BDE. Auch in den mobilen Schulungen hat das Zentrum einen hohen Praxisanteil realisieren können. Zentrumsgeschäftsführer Eike Asche. „Für unsere Generalschulung ‚Aufbruch in die Digitalisierung‘ bringen wir unsere mobile Fabrik, unseren Roadshowbus, mit. Die Teilnehmenden haben so die Möglichkeit, Digitalisierung anhand einer Fertigungskette hautnah zu erleben.“

Positive Resonanz zum neuen Angebot gibt es von den Teilnehmenden. Julian Eckert von der HÖCKER Polytechnik hat eine MES Schulung des Zentrums bei der IHK in Osnabrück besucht. Sein Fazit: „Ich finde es gut, dass die Schulung in Osnabrück stattgefunden hat, nach Hannover wäre ich nicht gekommen. Sie war interaktiv und hat mich fachlich überzeugt.“

Die mobile Fabrik im Einsatz.

In Kooperation mit anderen Kompetenzzentren wird das Schulungsangebot kontinuierlich weiterentwickelt, um unseren Kunden bedarfsgerechte Angebote machen zu können. Asche: „Erste Vereinbarungen sind bereits getroffen und wir freuen uns, Anfang 2019 in die Umsetzung zu gehen.“

Termine zu den mobilen Schulungen

Neues Projekt: Analysegerät wird Industrie 4.0-fähig

Präventive Wartung und digitale Geschäftsmodelle – dies sind die Schlagworte, die das neue Umsetzungsprojekt mit der Firma Heyl in Hildesheim charakterisieren. Darum geht es: Das Unternehmen mit seinen rund 50 Mitarbeitern fertigt Analysegeräte zur Überwachung der Wasserqualität an. Um Stillstandzeiten des Gerätes zu minimieren, soll eine präventive Wartung ermöglicht werden. Dafür müssen die entsprechenden Daten wie Temperatur, Verschleißzustand oder Anzahl der Pumpenhübe gewonnen werden. Bislang ist dies noch nicht möglich.

Jörg-Tilman Heyl, Inhaber und Geschäftsführer der Gebrüder Heyl Analysentechnik GmbH & Co. KG

Zentrale Komponente des Analysegerätes ist die von den Mitarbeitern der Firma entwickelte Kolbenpumpe. Um die Arbeits- und Verschleißdaten dieser Pumpe geht es bei der präventiven Wartung. Diese Belastungsdaten will die Firma Heyl mit Unterstützung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Hannover erheben. Es soll ein Datamining zur präventiven Wartung aufgebaut werden.

Und: Die weiteren im Gerät erhobenen Daten sollen ein neues Geschäftsmodell ermöglichen. Kunden müssen dann die Analysegeräte nicht mehr erwerben. Ziel ist, dass die Firma Heyl seinen Kunden zukünftig auch Analyse-Dienstleistungen anbieten kann.

 

Weitere Infos zum Projekt

Dialogtour als Rundum-Paket

Was sind die Digitalisierungspotenziale in meinem Unternehmen? Wie setze ich Digitalisierungsschritte um? Welche Förderungen gibt es? Dies sind Fragen, die das Kompetenzzentrum Hannover gemeinsam mit Wirtschaftsförderern und IHK während seiner Dialogtour bei Unternehmen beantwortet. Am 15. August waren wir bei der LEITZ ACCO Brands GmbH & Co KG in Uelzen und bei der Maschinenfabrik H.Meyer GmbH in Walsrode, am 16. August in Walsrode bei der Meinke energie GmbH und in Winsen (Luhe) bei der Pego GmbH.

Gerne kommen wir auch zu Ihnen!

Bereit für digitale Fertigungssteuerung

Die Hans Mundrzik Tischlerei GmbH in Bad Pyrmont geht die digitale Fertigungssteuerung an. „Wir haben bei Mundrzik einen Generaldialog durchgeführt und direkt vor Ort die Prozesse, Layouts und Wertströme in der Fertigung aufgenommen und analysiert,“ erläutert Zentrumsmitarbeiter Christoph Digwa. Inzwischen stehe der Anforderungskatalog für die Fertigungssteuerung. Ziel ist eine optimale Steuerung der Kundenaufträge für die bestmögliche Auslastung der Maschinen und Anlagen der Tischlerei.

Die Tischlerei mit ihren zwölf Mitarbeitern wird ein Jahr lang vom Kompetenzzentrum Hannover bei der Umsetzung der einzelnen Digitalisierungsschritte unterstützt. Der Kontakt zum Unternehmen ist über die Digitalisierungswerkstatt des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk und der Handwerkskammer Hannover entstanden. Im Rahmen der Werkstatt werden Unternehmen bestimmter Branchen über ein Jahr begleitet, um Maßnahmen für die Digitalisierung zu realisieren. Digwa: „Wir arbeiten eng mit dem Zentrum Digitales Handwerk und der Handwerkskammer zusammen und werden regelmäßig als Experten zu den Werkstattgesprächen eingeladen.“

Zentrumsmitarbeiter Christoph Digwa (links) mit Mundrzik-Geschäftsführer Manuel Wesemann.

Neu: Webinar zur Digitalisierung bei KMU

Auftakt: „Neues Geschäftsmodell, neues Glück? Methoden zur Digitalisierung von Geschäftsmodellen bei KMU“ – so heißt das erste Webinar einer neuen Reihe der Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren am Donnerstag, 23. August 2018 von 14:00 bis 15:15 Uhr.

Sie sind ein kleines oder mittelständisches Unternehmen, befassen sich gerade mit dem Thema Digitalisierung und fragen sich, wie Sie Ihr Geschäftsmodell am besten an den digitalen Wandel anpassen können?

Nehmen Sie jetzt am Webinar des Kompetenzzentrums Saarbrücken teil und lernen Sie, wie Sie Ihr Projekt mit Hilfe von KMU-gerechten Digitalisierungsmethoden weiterentwickeln können. Registrierungslink: http://bit.ly/DigiKMU

„Wir, die Zentren der Bundesinitiative ‚Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse‘, wollen zukünftig regelmäßig gemeinsam Webinare für KMU anbieten,“ erklärt Eike Asche, Geschäftsführer des Zentrums Hannover. Asche weiter: „Dieses Format ist gerade für kleine Unternehmen interessant: Die Anreise zur Fortbildung entfällt. Der zeitliche Aufwand für die Mitarbeiter ist gering.“

 

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